A Night at the Races

Zwei Mal die Woche finden – ausser in den Sommermonaten – Pferderennen in Hongkong statt. Das wegen der Aussicht spektakulärere Rennen kann man jeweils am Mittwochabend im legendären Happy Valley Racecourse besuchen.

Alana

Anders als in anderen Ländern sind Pferderennen hier nicht nur etwas für die Reichen und (so genannt) Schönen, sondern etwas für das gemeine Volk. Anfangen tut dies mit dem Eintrittspreis von 10 HKD (ca. 1.15 CHF), den man an den Eingängen mit der Octopuscard bezahlen kann. Weiter kann man die Pferderennen zu Hause am Fernseher oder in den zahlreichen Ablegern des Hong Kong Jockey Clubs mitverfolgen. Nur schon der Stimmung wegen aber lohnt sich der Besuch des Racetracks, da er zwischen zahlreichen Hochhäusern steht und zahlreiche Verpflegungsmöglichkeiten bietet.

Burger, Bier und Pferdewetten

Klar, die britische Upper Class würde die Nase rümpfen wüsste sie, dass man hier genüsslich einen McDonald’s Burger mampfen und ein Bier trinken kann während man das Rennen mitverfolgt, wobei genau dies den Spass ausmacht. Weiter kann man es sich sogar als Studentin leisten mit zu wetten, was den Spassfaktor noch zusätzlich erhöht. Einsätze fangen bei 10 HKD an, wobei der Gewinn je nachdem auch nicht besonders hoch ist. Doch den Pferden zuschauen ist ungleich spannender, wenn man auch auf einen Sieger getippt hat und schliesslich ist die Freude bei jedem noch so kleinen Gewinn gross (zum Glück halten sich die Verluste auch dementsprechend im Rahmen).

Geld ausgeben leicht gemacht

Bei jedem Rennen werden mehrere Millionen Hongkong Dollar verwettet, weshalb man schnell versteht, warum viele lokale Hongkonger die Statistiken sehr genau studieren bevor sie auf ein Pferd setzen. Andere wiederum verzichten darauf ihr Geld wegen Vierbeinern zu verlieren und geben es lieber in den zahlreichen Shoppingmalls der Stadt aus. Als Studentin ist man zum Glück nicht allzu sehr von dieser Variante des Geldausgebens verführt, da die internationalen Designershops so ziemlich über dem Budget eines jeden Studierenden sind (mit ein paar wenigen Ausnahmen natürlich, die dann mit der vom Designerlogo geschmückten Einkaufstüte über den Pausenplatz stolzieren um klar zu machen, dass sie kein Fake gekauft haben).

We are all Upper Class

Sollte man als Schlecht- oder Nichtverdiener doch den Drang haben, Kleider und Accessoires mit Markennamen spazieren zu führen, gibt es in Hongkong ja zahlreiche Märkte die günstige und sehr genau Fakes verkaufen. Doch die Lust sich mit möglichen rechtlichen Folgen zu beschäftigen ist eher klein, weshalb man sich lieber zum Happy Valley begibt und sich dort beim Zugucken eines Sports vergnügt, der in Europa als elitär gilt. Hongkong bietet daher die Möglichkeit, die Grenzen zwischen Arm und Reich ein klein wenig zu verwischen. Sei es, dass man sich mit einer gefälschten Louis-Vuitton Tasche in einem Club sehen lässt oder man sich vor lauter Aufregung beim Pferderennen an einem Chicken Nugget verschluckt, jeder und jede hat die Möglichkeit in Hongkong, sich ein wenig wohlhabender zu fühlen als man ist.

This entry was posted on Tuesday, April 19th, 2011 and is filed under News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

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